Vom unbeschriebenen Blatt zur lebendigen Identität
Der Auftrag
Das Selbstverständnis des Unternehmens sollte wieder erlebbar werden. Ziel war es, die Unternehmensgeschichte aufzuarbeiten und eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen – als Grundlage für Orientierung und Identifikation mit den gemeinsamen Werten.
Ausgangslage
Zum 75-jährigen Bestehen stand ein produzierendes Unternehmen mit rund 3.000 Mitarbeitenden an einem besonderen Wendepunkt. Das Jubiläum sollte nicht nur Anlass zum Feiern sein, sondern auch als strategische Chance genutzt werden, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und daraus Orientierung für die Zukunft zu gewinnen.
Obwohl das Unternehmen auf eine lange und erfolgreiche Entwicklungsgeschichte zurückblickte, war diese im Arbeitsalltag beinahe in Vergessenheit geraten. Weder die Unternehmenswebsite noch die Zentrale vor Ort gaben Aufschluss über die vergangenen 75 Jahre oder die Werte, die das Unternehmen in dieser Zeit geprägt hatten. Für die Gründergeneration hatte das Tagesgeschäft eine größere Rolle gespielt als symbolische Ausdrucksformen. Die Identifikation mit der Vergangenheit war kaum möglich.
Die Umsetzung
In Interviews mit Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Bereichen und Generationen zeigte sich schnell ein gemeinsames Bedürfnis: Die Geschichte des Unternehmens sollte wieder sichtbarer werden. Jüngere Beschäftigte wünschten sich mehr Einblick in die Unternehmensidentität, um bestehende Strukturen und Verhaltensweisen besser nachvollziehen zu können. Langjährige Mitarbeitende wollten ihre Erfahrungen weitergeben und gleichzeitig verstehen, wie sich das Unternehmen mit Blick auf die Zukunft weiterentwickelt.
Aus diesen Erkenntnissen entstand ein Konzept, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden sollte. Das Jubiläumsbuch bildete den Auftakt eines langfristig angelegten Kulturprozesses. Gleichzeitig wurde ein Unternehmensarchiv aufgebaut, um die Geschichte systematisch zu bewahren. Die Jubiläumsausstellung wurde dauerhaft in die neugestaltete Eingangshalle integriert und machte die Entwicklung des Unternehmens für Mitarbeitende und Besucher sichtbar. Auch die internationalen Tochtergesellschaften fanden ihren Platz in der Zentrale und machten deutlich, dass die Unternehmenskultur heute weit über die ursprünglichen Unternehmensgrenzen hinaus gelebt wird.
Ergebnis
Den emotionalen Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete die feierliche Lesung aus dem Jubiläumsbuch. Sie brachte Mitarbeitende unterschiedlicher Generationen zusammen und machte deutlich, welche Bedeutung die gemeinsame Geschichte für das Unternehmen bis heute hat.
Das Jubiläum wurde damit weit mehr als ein Blick zurück. Es stärkte das Bewusstsein für die Wurzeln des Unternehmens und schuf eine Verbindung zwischen seiner Vergangenheit und seiner zukünftigen Entwicklung.

